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Technikanalyse und Risk Management für Service-orientierte Architekturen in virtuellen Organisationen

Der Einsatz einer Service-orientierten Architektur (SOA) ermöglicht die Zusammenarbeit von bestehenden Softwarelösungen über organisatorische Grenzen hinweg. Der Begriff SOA bezeichnet dabei eine Art der Systemmodellierung, die es erlaubt, IT-Systeme unabhängig voneinander zu entwickeln, zu warten und zu betreiben und dennoch eine automatisierte IT-Kommunikation über Unternehmensgrenzen hinweg zu erreichen. Dienste können in SOA automatisch und dynamisch entdeckt, in Anspruch genommen und zusammengesetzt werden, wenn ihre Dienstbeschreibungen passen. Somit steigert der Einsatz einer SOA, auch in existierenden Organisationsstrukturen, die Flexibilität der Organisation. Beim Einsatz von SOA in einer virtuellen Organisation können die vorhandenen Dienste flexibel konfiguriert und an die Struktur der virtuellen Organisation angepasst werden. Gleichzeitig wird die Einsetzbarkeit existierender Lösungen in der bestehenden Organisation ausgeweitet. Damit erscheint SOA als die geeignete Lösung, um virtuelle Organisationen zu unterstützen.

Im Projekt SOAinVO soll der Einsatz von Service-orientierten Architekturen in virtuellen Organisationen aus der technischen und der rechtlichen Perspektive analysiert werden:
Dabei wird im Rahmen des Arbeitspakets "Konstruktive Chancen für SOA" ein Referenzmodell definiert, welches aufzeigen soll, wie sich eine virtuelle Organisation von der Anforderungsbeschreibung der einzelnen Dienste bis zu ihrer teilautomatisierten Komposition dynamisch und flexibel konfigurieren lässt.

Die lose Kopplung Service-orientierter Dienste in SOA stellt neue Anforderungen an die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Anwendungen. Klassische Anforderungen wie Authentizität oder Verfügbarkeit stellen im SOA-Kontext eine neue Herausforderung dar, weil in einer offenen Dienstarchitektur die Partner, ihre Dienstangebote und ihre Dienstansprüche dynamisch wechseln und prinzipiell dezentral organisiert sind. Mit dieser Thematik befasst sich das Arbeitspaket "Sicherheit und Beherrschbarkeit".

Aus Datenschutzsicht bietet eine Service-orientierte Architektur die Chance, die Transparenz von Datenbeständen bzw. -flüssen zu verbessern und eine neue Qualität bei der Kontrolle der Verwendung personenbezogener Daten zu erreichen. Risiken für die informationelle Selbstbestimmung ergeben sich insbesondere daraus, dass nach erfolgter Standardisierung systemübergreifend auf bislang separierte Datenbestände zugegriffen werden kann. Alle diese Aspekte werden im Arbeitspaket "Datenschutz Chancen und Risiken mit SOA" untersucht.

Die Ergebnisse des Projekts werden im Rahmen eines offenen SOA-Tages mit Schwerpunkt Sicherheit und Datenschutz an der Universität Koblenz-Landau präsentiert.

Laufzeit

  • Dezember 2006 - Juli 2007

Geldgeber

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Partner

Literatur

2007

Paehler2007SAI
Pähler, Daniel; Ringelstein, Christoph; Schwagereit, Felix (2007): Service-orientierte Architekturen in virtuellen Organisationen. In: Datenschutz und Datensicherheit. Bd. 31. Nr. 9/2007. S. 666-670.

 

Ringelstein2007OAR
Ringelstein, Christoph; Schwagereit, Felix; Pähler, Daniel (2007): Opportunities and Risks for Privacy in Service-oriented Architectures. In: Proceedings of the 5th International Workshop for Technical, Economic and Legal Aspects of Business Models for Virtual Goods incorporating the 3rd International ODRL Workshop. Koblenz:

 

Staab2007SCU
Staab, Steffen; Grimm, Rüdiger; Bizer, Johann; Ringelstein, Christoph; Schwagereit, Felix; Pähler, Daniel; Meissner, Sebastian; Rost, Martin; Schallabäck, Jan (2007): SOAinVO - Chancen und Risiken von Service-orientierten Architekturen in Virtuellen Organisationen..

Prof. Dr. Steffen Staab

B 108
+49 261 287-2761
staab@uni-koblenz.de

Kurzlebenslauf

Ich habe Informatik und Computerlinguistik an der Universität Erlangen-Nürnberg und an der University of Pennsylvania studiert. Ich habe in der früheren Computerlinguistik-Forschungsgruppe an der Universität Freiburg gearbeitet und meinen Dr. rer. nat. in Informatik an der Technischen Fakultät (damals: Fakultät für angewandte Wissenschaften) 1998 erworben. Danach war ich an der Universität Stuttgart, am Institut IAT, und bei Fraunhofer IAO tätig, bevor ich zur Universität Karlsruhe (jetzt: KIT) wechselte, wo ich als Projektleiter, wissenschaftlicher Assistent und Oberassistent arbeitete. 2004 wurde ich zum Professor für Datenbanken und Informationssystem an der Universität Koblenz-Landau ernannt, wo ich 2009 das Institute for Web Science and Technologies (WeST) gründete. Seit März 2015 halte ich außerdem einen Chair for Web and Computer Science an der University of Southampton.

Forschungsinteressen

Auf dem Rechner beschreiben Daten die Welt. Die Welt ist spannend, aber Daten sind ganz schön langweilig, wenn man nicht weiß, was sie bedeuten. Ich interessiere mich dafür, wie Daten spannend werden, indem man ihre Bedeutung versteht.

Wie aber kommt Bedeutung zustande? 

  • Man kann die Bedeutung von Daten und Informationen modellieren. Begriffliche Modelle und Ontologien sind die Grundlage für Wissensnetze, die dem Rechner erlauben bedeutungsvoll mit Daten umzugehen.
  • Text und Data Mining sowie Informationsextraktion finden bedeutungstragende Muster in Daten (z.B. mittels Ontology Learning oder Text Clustering) und auch Zusammenhänge zwischen Daten und ihrer Verwendung im Kontext (z.B. mit Smartphones). So werden Wissensnetze in Daten gefunden.
  • Menschen kommunizieren Informationen. Um zu verstehen, was Daten und Informationen bedeuten, muss man soziale Interaktionen verstehen. Im Kontext von sozialen Netzwerken werden Wissensnetze bedeutungsvoll für Menschen.
  • Bedeutung ist nichts absolut Gesetztes. Letzten Endes muss die Bedeutung von Daten und Informationen wieder an den Menschen kommuniziert werden, der diese Daten und Informationen nutzt. Interaktion zwischen Menschen und Rechnern muss der Bedeutung von Daten und Informationen gerecht werden.

Das größte Konstrukt, das die Menschheit erfunden hat, um Daten mit Bedeutung zu kommunizieren ist das World Wide Web. Web Science untersucht, wie Netzwerke von Personen und Wissen im Web entstehen, wie Menschen damit umgehen und welche Folgen das für uns alle hat. Das Web ist eine Bedeutungsmaschine, die ich durch meine Forschung verstehen möchte.

Wo ich sonst zu finden bin

Wenn ich nicht gerade im Büro oder auf Dienstreise bin, bin ich am Liebsten zum Laufen im Stadtwald, im Changa oder beim AHS. Watch out! 

Felix Schwagereit

Ich bin Doktorand am WeST-Institut. Ich habe in den vergangenen Drittmittelprojekten SOAinVO (BMBF), WeKnowIt (EU) und ROBUST (EU) gearbeitet. Mein Forschungsgebiet sind Online Communities. In der Vergangenheit war ich in den Themenbereichen verteilte Communities, Policy Models, Semantic Web und Linked Open Data aktiv. Zur Zeit erforsche ich die Makrodynamik von Online Communities mit Hilfe on Simulationen.

In meiner Freizeit liebe ich es auf der Mosel zu rudern oder entdecke zu Fuß die schöne Landschaft um Koblenz.

Abschlussdatum: 
Juli, 2007