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DFG Projekt: EVOWIPE - Explizites Vergessen ontologiebasierten Wissens in der Produktentwicklung

In der Produktentwicklung lassen sich durch Wiederverwendung bereits vorhandener Produktmodelle und entwicklungsprozesse erhebliche Aufwände einsparen. Aufgrund der Computerunterstützung in der Produktentwicklung stehen solche Modelle und Prozesse in digitaler Form zur Verfügung. Allerdings müssen auch Modellelemente und Prozessschritte absichtlich vergessen werden, die für das neue Produkt nicht mehr zutreffen. Im Fall von komplexen Produktmodellen und entwicklungsprozessen gerät dieses absichtliche Vergessen (Intentional Forgetting (IF)) zu einem erheblichen Problem, da es hierfür weder adäquate Vorgehensmodelle noch adäquate IT-Unterstützung gibt.

Ziel des Projekts EVOWIPE ist es, den Produktentwicklungsprozess um stringente Methoden für das Intentional Forgetting so zu erweitern, dass die Komplexität die im Produktmodell, im Produktentwicklungsprozess und im Prozess des Vergessens selbst steckt, vom Produktentwickler gemeistert werden kann. Hierfür werden in EVOWIPE (i) bereits implizit genutzte Vergessensmethoden systematisiert, (ii) zweckdienliche, konsistente und korrekte Wissensrepräsentationsmethoden für das absichtsvolle Vergessen entwickelt, (iii) diese Informatikmethoden in die Produktentwicklung integriert und (iv) diese Vorgehensweise validiert und in einem Vorgehensmodell generalisiert. Mit diesen Arbeiten erzielt EVOWIPE grundlegende Beiträge auf drei Ebenen:

  • Der Produktentwicklungsprozess wird für eine systematische und praktikable Anwendung von IF-Mechanismen durch den Produktentwickler revidiert.
  • Für ontologiebasierte Wissensbasen werden existierende IF-Operatoren für das (i) Vergessen inferierten Wissens erweitert um neuartige IF-Methoden für (ii) das Erinnern an das Vergessen, (iii) temporäres Vergessen, (iv) die Repräsentation von Leerstellen und (v) kaskadierendes Vergessen.
  • In der interdisziplinären Zusammenarbeit werden die Wissensrepräsentationsmethoden in den revidierten Produktentwicklungsprozess integriert und validiert.

Laufzeit

  • Januar 2017 - Dezember 2019

Geldgeber

Partner

Prof. Dr. Steffen Staab

B 108
+49 261 287-2761
staab@uni-koblenz.de

Kurzlebenslauf

Ich habe Informatik und Computerlinguistik an der Universität Erlangen-Nürnberg und an der University of Pennsylvania studiert. Ich habe in der früheren Computerlinguistik-Forschungsgruppe an der Universität Freiburg gearbeitet und meinen Dr. rer. nat. in Informatik an der Technischen Fakultät (damals: Fakultät für angewandte Wissenschaften) 1998 erworben. Danach war ich an der Universität Stuttgart, am Institut IAT, und bei Fraunhofer IAO tätig, bevor ich zur Universität Karlsruhe (jetzt: KIT) wechselte, wo ich als Projektleiter, wissenschaftlicher Assistent und Oberassistent arbeitete. 2004 wurde ich zum Professor für Datenbanken und Informationssystem an der Universität Koblenz-Landau ernannt, wo ich 2009 das Institute for Web Science and Technologies (WeST) gründete. Seit März 2015 halte ich außerdem einen Chair for Web and Computer Science an der University of Southampton.

Forschungsinteressen

Auf dem Rechner beschreiben Daten die Welt. Die Welt ist spannend, aber Daten sind ganz schön langweilig, wenn man nicht weiß, was sie bedeuten. Ich interessiere mich dafür, wie Daten spannend werden, indem man ihre Bedeutung versteht.

Wie aber kommt Bedeutung zustande? 

  • Man kann die Bedeutung von Daten und Informationen modellieren. Begriffliche Modelle und Ontologien sind die Grundlage für Wissensnetze, die dem Rechner erlauben bedeutungsvoll mit Daten umzugehen.
  • Text und Data Mining sowie Informationsextraktion finden bedeutungstragende Muster in Daten (z.B. mittels Ontology Learning oder Text Clustering) und auch Zusammenhänge zwischen Daten und ihrer Verwendung im Kontext (z.B. mit Smartphones). So werden Wissensnetze in Daten gefunden.
  • Menschen kommunizieren Informationen. Um zu verstehen, was Daten und Informationen bedeuten, muss man soziale Interaktionen verstehen. Im Kontext von sozialen Netzwerken werden Wissensnetze bedeutungsvoll für Menschen.
  • Bedeutung ist nichts absolut Gesetztes. Letzten Endes muss die Bedeutung von Daten und Informationen wieder an den Menschen kommuniziert werden, der diese Daten und Informationen nutzt. Interaktion zwischen Menschen und Rechnern muss der Bedeutung von Daten und Informationen gerecht werden.

Das größte Konstrukt, das die Menschheit erfunden hat, um Daten mit Bedeutung zu kommunizieren ist das World Wide Web. Web Science untersucht, wie Netzwerke von Personen und Wissen im Web entstehen, wie Menschen damit umgehen und welche Folgen das für uns alle hat. Das Web ist eine Bedeutungsmaschine, die ich durch meine Forschung verstehen möchte.

Wo ich sonst zu finden bin

Wenn ich nicht gerade im Büro oder auf Dienstreise bin, bin ich am Liebsten zum Laufen im Stadtwald, im Changa oder beim AHS. Watch out! 

Dr. Claudia Schon

B 124
+49 261 287-2773
schon@uni-koblenz.de

Ich bin seit Oktober 2016 wissenschaftliche Mitarbeiterin bei WeST. Zur Zeit arbeite ich im DFG-geförderten Forschungsprojekt CoRg. Ziel dieses Projektes ist es, ein System zum Cognitive Computing zu erstellen. Dafür werden unter anderem Aspekte menschlichen Schließens wie Emotionen und zwischenmenschliche Interaktionen modelliert und klassische Logik mit normativem Schließen und Techniken des maschinellen Lernens kombiniert. 
Außerdem bin arbeite ich im DFG geförderten Projekt EVOWIPE mit, in dem wir Methoden entwickeln, um Teile einer Ontologie bewusst zu vergessen.

Meine Forschungsinteressen liegen im Bereich der künstlichen Intelligenz insbesondere Commonsense Reasoning, dem Semantic Web und der Logik (insbesondere Beschreibungslogiken).

Vor meinem Eintritt in das Institut für Web Science and Technologies war ich Mitglied der Arbeitsgruppe Künstliche Intelligenz an der Universität Koblenz-Landau. In meiner Dissertation habe ich Methoden zur Veränderung der Instanzebene von beschreibungslogischen Wissensbasen entwickelt und Präkompilationstechniken für beschreibungslogische Wissensbasen untersucht.

Hier geht es zu meiner Homepage.

Liste meiner Publikationen bei WeST siehe unten. Weitere Publikationen z.B. unter http://dblp.uni-trier.de/pers/hd/s/Schon:Claudia