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Software and Services

Programmierer von Softwareanwendungen und Softwarediensten im Web stehen vor zwei Problemen: Zum einen müssen Softwarekomponenten im Web mit großen Datenmengen umgehen können. Diese sind oft nur wenig strukturiert, werden ad-hoc bereitgestellt und unterliegen häufigen Änderungen. Um für diese Daten Software zu entwickeln, muss der Entwickler zunächst ihre Struktur verstehen und diese in der Software nutzen. Existierende Programmierumgebungen machen es dem Softwareentwickler schwer, Daten zu verstehen, Schemata in die Programmiersprache zu überführen und diese für eine strukturierte und getypte Organisation der Daten so zu nutzen, dass Laufzeitfehler vermieden werden.

Zum anderen müssen im Web eine deutlich höhere Anzahl von Softwarekomponenten miteinander interagieren. Die Anpassung einer Softwarekomponente, z.B. aufgrund von Datenschemaänderungen, erfordert häufig weitere Anpassungen von abhängigen oder interagierenden Softwarekomponenten. An dieser Stelle benötigt der Softwareentwickler neue Methoden für die automatisierte Evolution und Koevolution von Softwarekomponenten.

Um mit diesen Problemen umgehen zu können, erforscht die Arbeitsgruppe Software und Dienste im Web die Nutzung von Semantic Web-Methoden im Umgang mit sich ändernden Daten und Softwarekomponenten bei der Entwicklung, Programmierung und Wartung von Software, um so die Flexibilität und Qualität der resultierenden Software zu erhöhen.

Martin Leinberger

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+49 261 287 2439
mleinberger@uni-koblenz.de

Prof. Dr. Steffen Staab

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staab@uni-koblenz.de

Kurzlebenslauf

Ich habe Informatik und Computerlinguistik an der Universität Erlangen-Nürnberg und an der University of Pennsylvania studiert. Ich habe in der früheren Computerlinguistik-Forschungsgruppe an der Universität Freiburg gearbeitet und meinen Dr. rer. nat. in Informatik an der Technischen Fakultät (damals: Fakultät für angewandte Wissenschaften) 1998 erworben. Danach war ich an der Universität Stuttgart, am Institut IAT, und bei Fraunhofer IAO tätig, bevor ich zur Universität Karlsruhe (jetzt: KIT) wechselte, wo ich als Projektleiter, wissenschaftlicher Assistent und Oberassistent arbeitete. 2004 wurde ich zum Professor für Datenbanken und Informationssystem an der Universität Koblenz-Landau ernannt, wo ich 2009 das Institute for Web Science and Technologies (WeST) gründete. Seit März 2015 halte ich außerdem einen Chair for Web and Computer Science an der University of Southampton.

Forschungsinteressen

Auf dem Rechner beschreiben Daten die Welt. Die Welt ist spannend, aber Daten sind ganz schön langweilig, wenn man nicht weiß, was sie bedeuten. Ich interessiere mich dafür, wie Daten spannend werden, indem man ihre Bedeutung versteht.

Wie aber kommt Bedeutung zustande? 

  • Man kann die Bedeutung von Daten und Informationen modellieren. Begriffliche Modelle und Ontologien sind die Grundlage für Wissensnetze, die dem Rechner erlauben bedeutungsvoll mit Daten umzugehen.
  • Text und Data Mining sowie Informationsextraktion finden bedeutungstragende Muster in Daten (z.B. mittels Ontology Learning oder Text Clustering) und auch Zusammenhänge zwischen Daten und ihrer Verwendung im Kontext (z.B. mit Smartphones). So werden Wissensnetze in Daten gefunden.
  • Menschen kommunizieren Informationen. Um zu verstehen, was Daten und Informationen bedeuten, muss man soziale Interaktionen verstehen. Im Kontext von sozialen Netzwerken werden Wissensnetze bedeutungsvoll für Menschen.
  • Bedeutung ist nichts absolut Gesetztes. Letzten Endes muss die Bedeutung von Daten und Informationen wieder an den Menschen kommuniziert werden, der diese Daten und Informationen nutzt. Interaktion zwischen Menschen und Rechnern muss der Bedeutung von Daten und Informationen gerecht werden.

Das größte Konstrukt, das die Menschheit erfunden hat, um Daten mit Bedeutung zu kommunizieren ist das World Wide Web. Web Science untersucht, wie Netzwerke von Personen und Wissen im Web entstehen, wie Menschen damit umgehen und welche Folgen das für uns alle hat. Das Web ist eine Bedeutungsmaschine, die ich durch meine Forschung verstehen möchte.

Wo ich sonst zu finden bin

Wenn ich nicht gerade im Büro oder auf Dienstreise bin, bin ich am Liebsten zum Laufen im Stadtwald, im Changa oder beim AHS. Watch out! 

Dominik Brosius

B 122
+49 261 287-2756
dbrosius@uni-koblenz.de